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VinlantisMein Becken

W 10Einfahren9 Min.

Die Milka verloren, vier Fische eingezogen

Die Milka hat es nicht geschafft. Dafür zogen am Samstag Oprah, B.A., Flash und Shazam ein. KH dosiere ich vorerst von Hand.

Das Becken unter blauem Licht, darüber drei Lampen an Stangen. Links vorne schwimmen zwei schwarze Clownfische mit weissen Flecken. Auf dem dunklen Gestein leuchten drei Korallen grün, eine weitere gelblich, rechts hängt eine Strömungspumpe an der Scheibe. Der Sand am Boden schimmert hellblau.
Gemacht
Wasserwerte kontrolliert, Carbonatlösung angesetzt und von Hand dosiert, rund 55 Liter Wasser gewechselt, Daphbio-Kultur zugegeben, PARwise zurückgebracht, vier Fische und zwei Korallen eingesetzt, Strömung reduziert.
Ausgegeben
CHF 1'004
Entschieden
KH schrittweise von Hand anheben und die Strömung für die ersten Fische reduzieren.
Als Nächstes
Futterannahme und Korallen beobachten, regelmässig messen, KH von Hand dosieren und am Montag mit den Daphbio-Boostern starten.

Das Wasser am 01.11.

Alle Werte
  • Salinität34.5PSUim Soll
  • Karbonathärte6.4dKHzu tief
  • Phosphat PO40.06mg/lim Soll
  • Nitrat NO319.3mg/lim Soll

Woche 10, und die ersten Fische haben Namen: Oprah, B.A., Flash und Shazam. Im letzten Eintrag hatte ich einen Fisch angekündigt, am Samstag sind es vier geworden. Pete hat seine Antwort auf die Fischfrage also bekommen, eher grosszügig. Davor lag allerdings ein Trauertag. Die Milka, die von allen am besten dastand, hat es nicht geschafft.

Ausgerechnet die Milka

Von den ersten fünf Korallen war die Stylophora «Milka» komplett offen und sah am besten aus. So meinten wir zumindest, bei ihr sei alles bestens. Am Dienstagmorgen ging unten plötzlich das Gewebe zurück und flatterte in der Strömung. Am Abend war klar, dass wir den kleinen Ableger nicht mehr retten können. Nach vier Tagen der erste Verlust.

Eine Überraschung war es leider nicht. Dass die ersten fünf zu früh ins Becken kamen, stand schon im letzten Eintrag. Mit dieser Sorge hätte ich gern falschgelegen.

Die Kieselalgen halten sich an den Plan

Am Mittwoch kamen die ersten Kieselalgen. Das ist ein gutes Zeichen, wenigstens hier sind wir im Plan. Wir tun nichts und schauen zu, wie sich das entwickelt. Nach dem Samstag in Woche 9 halte ich mich diesmal auch daran.

Schön ist, dass sich seither auch der Abschäumer normalisiert hat. Er läuft nun wieder auf auf 80 % und überschäumt nicht mehr, was er in Woche 9 noch zuverlässig getan hat. In der ReefMat sieht man jetzt ebenfalls etwas. Die 1200er, an deren Grösse ich mich seit Woche 8 gewöhne, hat damit endlich etwas zu tun.

Eine Nische in der Nische

Am Mittwoch holte meine Frau neues Salz, weil es uns langsam ausging. Da merkten wir: Meerwasseraquaristik ist eine Nische in der Nische. Kurz in einen Laden in der Nähe, der offen hat und Meersalz führt, ist gar nicht so einfach. Mangels Alternativen wurde es Zoo Kakadu, dort war das Fauna-Marin-Salz an Lager.

Eigentlich spricht das dafür, dass wir uns im Raum Biel/Bern endlich ein richtig grosses Aquariencenter mit Nachzucht und Verkauf zulegen. Wir können ja einmal schauen, ob das etwas für uns wäre. Zuerst bringen wir aber unser kleines Schaubecken zum Laufen.

Die KH dosiere ich von Hand

Die KH sank über die Woche Schritt für Schritt, von 6.9 °dKH am Montag auf 6.1 am Donnerstag. Das ist der Beweis, dass die Nitrifikation KH verbraucht. Beim früheren Aquarium wusste ich das nicht, diesmal sehe ich es Tag für Tag in der Tabelle.

Am Donnerstagabend setzte ich darum kurzerhand mit dem bereits gekauften Balling-Light-Set Carbonatlösung an, gleich im Behälter mit 2’250 ml, aus dem später auch dosiert wird. Für die Menge öffnete ich unseren eigenen Dosierrechner und stellte etwas enttäuscht fest, dass er noch nicht so überragend ist. Sein erster Nutzer am echten Becken war also gleich sein strengster. Da müssen wir nochmals ran.

Trotzdem kamen einmal 30 ml Carbonatlösung ins Becken. Bei 6.1 °dKH hätte es auch mehr vertragen, ich wollte aber nicht gleich zu viel dosieren und lieber über die nächsten Tage in kleinen Schritten anheben. Am Freitag folgten je 30 ml am Vormittag und am Abend. Die Abendmessung mit 5.8 °dKH lag dazwischen, die zweite Gabe kam erst danach. Am Sonntag stand die KH bei 6.4 °dKH, die Richtung stimmt also wieder.

Von Hand bleibt es, bis im Beistellschrank ein kleines Tablar eingebaut ist. Darauf kommen die GHL-Geräte, darunter der Doser, und dann ziehen wir auch die Dosierschläuche zum Becken. Das stand fürs Wochenende auf dem Plan, drin ist das Tablar noch nicht. Seit Woche 4 sind die Doser zwar im WLAN, dosieren tut vorerst trotzdem meine Hand. Ob ich überhaupt bei GHL bleibe, frage ich mich im Moment wieder.

Ammonium fällt, Nitrit bleibt stehen

Am Montag zeigte der Test noch 1.5 mg/l Ammonium, am Dienstag 0.5 und seit Mittwoch 0.15 mg/l, die unterste Stufe des Tests. Die erste Stufe der Bakterien arbeitet also. Nitrit steht dagegen seit Mittwoch bei 2 mg/l und will noch nicht fallen. Die beiden Stufen der Nitrifikation sind sich beim Tempo noch nicht einig.

Die Ammoniumprobe aus dem Einfahrplan ist damit formal weiterhin nicht bestanden. Im letzten Eintrag stand, der erste Fisch komme mit, wenn bis Samstag die Werte stimmen. Ganz stimmten sie nicht, die Fische kamen trotzdem. Für Meerwasserfische ist Nitrit wenig giftig, weil das Chlorid im Wasser die Aufnahme über die Kiemen hemmt. Das grössere Risiko ist das Ammonium, das die Fische laufend dazubringen, und das baut das Becken inzwischen gut ab.

Am Samstagmorgen habe ich rund 55 Liter Wasser gewechselt. Nitrat lag am Freitag bei 38.1 mg/l und damit über dem Soll, am Sonntag bei 19.3. Das Phosphat, um das ich mir letzte Woche bei 0.27 noch Sorgen machte, liegt seit Mittwoch um 0.06 mg/l. Alle Messungen stehen unter Wasserwerte.

Vor den Fischen kam die Kultur

Am Samstagvormittag war die lebende Daphbio-Kultur dran, die seit dem 12. September im Kühlschrank stand. Ob darin nach sieben Wochen noch jemand lebte, liess sich von aussen nicht sagen, in der Flasche bewegte sich nichts sichtbar. Wir liessen sie geschlossen im Unterbecken auf Temperatur kommen, danach roch sie wenigstens nicht faulig.

Daphbio empfiehlt, die Kultur nachts zu geben, während die Fische schlafen. Wir haben sie bewusst am Vormittag gegeben, solange noch keine Fische drin waren. So war niemand da, der die Tierchen gleich frisst, und sie hatten ein paar Stunden Zeit, sich im Gestein zu verkriechen. Die Banggais fressen nachts genau dieses Plankton.

Bei ausgeschalteter Strömung, Rückförderpumpe und Abschäumer kam die erste Hälfte direkt an den Fuss der Steine im Hauptbecken statt ins Technikbecken. So blieb den Tierchen der Weg durch die Rückförderpumpe erspart. Rund 15 Minuten später folgte die zweite Hälfte an einer anderen Stelle. Nach einer weiteren halben Stunde liefen zuerst die Rückförderpumpe und dann die Strömung wieder, der Abschäumer blieb aus, bis die Fische drin waren. Inzwischen läuft er wieder.

Special Blend habe ich entgegen dem Plan noch nicht dosiert. Der UV-Klärer ist weiterhin nicht eingebaut. Ob es nur eine neue Lampe dafür oder gleich ein neues Gerät wird, ist offen.

Vier Fische mit Namen

Am Samstag haben wir den PARwise zu Pete zurückgebracht. Zum angekündigten Nachmessen beider Lichtstufen kam es nicht mehr, die letzten Werte bleiben die vom 25. Oktober. Mit nach Hause kamen dafür zwei Banggai-Kardinalbarsche aus Schweizer Nachzucht und zwei Ocellaris «Mocha Storm».

Eine weisse Wand mit eingelassenen Verkaufsbecken bei Crazy Corals, alle blau beleuchtet und mit weissem Sand. Im grossen Becken oben schwimmen ein schwarz-weiss gestreifter Wimpelfisch und mehrere kleine gelbe Fische, am Boden sitzen kleine rote Tiere. In den Becken darunter liegen violette Steine, links und rechts sitzen Anemonen. Über den Becken kleben Preisschilder.

Die Banggais heissen Flash und Shazam, auseinanderhalten können wir sie noch nicht. Geplant war ein bestätigtes Paar, weil sich zwei Männchen bekämpfen. Pete fing die beiden ohne Auswahl aus einem Becken mit mehreren Nachzuchten und sagte nichts zum Geschlecht. Ob es ein Paar ist, wissen wir also nicht. Wir schauen genau hin, ob einer gejagt wird, sich dauernd versteckt, nicht frisst oder zerfranste Flossen bekommt.

Bei den Clownfischen ist Oprah die grössere, benannt nach Oprah Winfrey. Der Name kam, als wir sie noch für Fische aus Amerika hielten. Im Laden war von den USA die Rede, auf dem Beleg steht «NZ». Der kleinere heisst B.A., nach B.A. Baracus aus dem A-Team: Sein Kamm erinnert an dessen Frisur. Die Herkunft der beiden ist nicht sicher geklärt, die Namen dagegen schon.

Am Samstagabend wollten die vier nicht wirklich fressen. Am Sonntagmorgen nahm Oprah ein bisschen Futter, bei B.A. bin ich unsicher. Flash und Shazam habe ich nicht beim Fressen gesehen. Vielleicht haben sie sich an die Copepoden vom Vormittag gehalten, beobachtet habe ich das nicht.

Für die Banggais etwas weniger Strömung

Beim Einsetzen wurden Flash und Shazam fast ein bisschen herumgespült. Ob die Strömung für die beiden zu stark ist, war uns nicht ganz klar, also haben wir sie vorsichtshalber reduziert. Die ganze MP40 aus Woche 8 muss sich vorerst etwas zurücknehmen:

  • 10:00 Uhr: Reef Crest 35 % statt 40 %.
  • 18:00 Uhr: Nutrient Transport 45 % statt 50 %, für 45 Minuten.
  • 19:00 Uhr: Lagoon 25 % statt 30 %.
  • 22:00 Uhr: Lagoon 15 % statt 20 % über Nacht.

Die zweite Pumpe läuft den ganzen Tag auf Anti-Sync, nicht nur während Reef Crest.

Bis Sonntagmorgen versteckten sich Flash und Shazam ganz hinten unter dem Arch. Seither schwimmen sie hinten zwischen den beiden Riffaufbauten, noch ganz unten knapp über dem Sand. Gejagt haben sie sich bisher nicht. Soweit scheint es den vier gut zu gehen.

Zwei neue Korallen, eine flauschigere Euphyllia

Mit den Fischen kamen eine Goniopora und ein kleiner Ableger einer grünen Acropora tumida «Enzmann» dazu. Beide sind am Sonntag offen und sehen gut aus. Pete hatte bei der Goniopora auf eine «Galaxy» getippt, offen sieht sie auch danach aus. Auch die Euphyllia sieht etwas gesünder aus, sie ist weiter offen und flauschiger geworden.

Die Duncan ist etwas weiter offen als letzte Woche, könnte aber noch viel gesünder aussehen. In Woche 9 hatte ich mir vorgenommen, sie in ihrer ruhigen Ecke zu lassen, statt gleich den nächsten Platz auszuprobieren. Dabei bleibt es, wir warten weiter ab. Zoanthus und Montipora sehen soweit okay aus, wobei die Montipora schwierig zu beurteilen ist.

Wofür CHF 1’004

Nach der ganzen MP40 in Woche 8 und den ersten fünf Korallen in Woche 9 wird es bei den Ausgaben auch diese Woche nicht ruhiger. Dazu kamen CHF 1’004: CHF 129 für das Salz am Mittwoch und CHF 875 am Samstag bei Crazy Corals für vier Fische, zwei Korallen, Futter und Zusätze. Die teuersten Neuzugänge sind Oprah und B.A. mit je CHF 219, die Namen gab es gratis dazu. Alle neuen Bewohner stehen unter Besatz.

Nächste Woche

Wir messen weiter regelmässig, ob immer alles und jeden Tag, sehen wir dann. Vor allem schauen wir, wie die Fische fressen und wie sich die Korallen entwickeln. KH dosiere ich vorerst weiter von Hand und hebe sie schrittweise an.

Ab Montag starten die beiden Daphbio-Booster, jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag am Abend. Daphbio nennt 10 ml je 100 Liter, bei uns also 43 ml. Den Zoo Booster gebe ich in dieser Menge, den Microfauna Booster in der ersten Woche nur mit rund 20 ml. Das ist eigene Vorsicht wegen der 38.1 mg/l Nitrat vom Freitag, keine Vorgabe von Daphbio, denn der Microfauna Booster bringt selbst Nährstoffe ins Becken. An diesen Abenden bleibt der Abschäumer zuerst ein bis zwei Stunden aus, die ganze Nacht erst, wenn das ohne Probleme geht.

Und vielleicht lernen wir bis dann, Flash und Shazam auseinanderzuhalten.

Neu im Becken

Ganzer Besatz

Gleiche Stelle, eine Woche später

Neu brennen die drei Hydra über dem Becken, in Stufe B nur mit Blau, und tauchen das ganze Wohnzimmer in blaues Licht. Der Sand im Becken leuchtet hell türkis, das Gestein steht dunkel davor. Die Korallen sind aus dieser Entfernung nicht zu erkennen. Die Jalousie an der Terrassentür ist hochgezogen, draussen dämmert es. Beide Hundebetten sind leer.
W 09
Neu bei Tag aufgenommen. Das Gestein im Becken wirkt rotbraun statt blau, links vorne im Becken sind die ersten Fische als kleine helle Punkte zu erahnen. Auf dem Beistellschrank liegen ein graues Tuch und ein paar orange Teile. Die Jalousie an der Terrassentür ist heruntergelassen, durch die offenen Lamellen fällt Sonne in Streifen auf den Boden. Die Hundebetten sind weiterhin leer.
W 10