W 09Besatz7 Min.
Fünf Korallen vor der Ammoniumprobe
Der PAR-Messer war geplant, die fünf Korallen kamen zu früh. Jetzt messen wir Licht und Wasser und die Duncan bekommt einen ruhigeren Platz.

- Gemacht
- Wasserwerte kontrolliert, PARwise gemietet, Licht auf drei Höhen gemessen, fünf Korallen eingesetzt, zweimal rund 55 Liter Wasser gewechselt, Stufe B reduziert, Duncan umgesetzt.
- Ausgegeben
- CHF 862
- Entschieden
- Kein weiteres Ammoniumchlorid, die Wasserwerte mit Wasserwechseln senken.
- Als Nächstes
- Ammonium und Nitrit täglich messen, Stufe B nachmessen, am Samstag den PARwise zurückbringen und bei guten Werten den ersten Fisch mitnehmen.
Das Wasser am 25.10.
Alle Werte- Salinität34.6PSUim Soll
- Karbonathärte7.0dKHim Soll
- Phosphat PO40.27mg/lzu hoch
- Nitrat NO311.0mg/lim Soll
Woche 9, und die ersten Korallen sind drin. Im letzten Eintrag stand noch «je nach Wasserwerten». Die Wasserwerte waren am Samstag nicht so weit, nach Hause kamen wir trotzdem mit fünf Korallen. Bis dahin war es eine ruhige Woche: regelmässig messen und sich freuen, dass aus dem Ammonium langsam Nitrit und dann Nitrat wurde. Die Bakterien hielten sich an meinen Plan. Am Samstag war ich derjenige, der davon abwich.
Ein PAR-Messer war geplant, fünf Korallen kamen mit
Eigentlich wollten wir bei Pete von Crazy Corals nur den vorbestellten PARwise zur Miete abholen und weiteres Nite-Out II kaufen. Wie ich das Becken einfahre, kam im Gespräch nicht vor. Pete beschäftigte eine andere Frage: warum in 433 Liter Salzwasser noch kein einziger Fisch schwimmt. Ich zeigte ihm meine Wasserwerte. Danach hatten wir beide mehr Zahlen vor uns, das Fischthema war aber immer noch da.
Auch mein Hinweis auf das steigende, bereits hohe Phosphat änderte nichts an der Empfehlung: jetzt Fische und Korallen. Geduldig war ich eigentlich. Nur hält Geduld im Korallenladen nicht ewig, wenn einer es gut meint und nicht lockerlässt. Am Ende blieben die Fische im Laden, was Pete sichtlich enttäuschte, und fünf Korallen kamen mit. Gekauft habe ich sie selbst, das kann ich niemand anderem anhängen.
Mit nach Hause kamen eine krustenförmige Montipora, eine Stylophora «Milka», eine Euphyllia paraancora, eine Duncan und Zoanthus «Scrambled Eggs». Das Nite-Out blieb dagegen im Regal. Pete tat sich schwer damit, weil es nicht seine Einfahrmethode ist, also habe ich es gleich sein lassen. Vorgenommen hatten wir uns bei diesem Becken ohnehin, Läden aus der ganzen Schweiz kennenzulernen, und Nite-Out gibt es auch anderswo.
Zuhause setzte ich zuerst rund 55 Liter Salzwasser für den Wasserwechsel an. Während sich das Salz auflöste, mass ich das Licht aus, danach kamen die Korallen ins Becken. Es war cool, dass nun endlich etwas darin lebte, auch wenn es gegen den Plan war und uns doch ein bisschen stresste.
Oben SPS-Licht, unten genug für LPS
Den PAR-Messer hatte ich in Woche 8 angekündigt, wenigstens dieser Teil des Samstags lief nach Plan. Gemessen haben wir vor dem Einsetzen der Korallen, mit dem vollen Lichtplan und ohne Coral Acclimation. Auf drei Höhen ging es an mehreren Stellen durchs Becken. In Stufe A, also mit Weiss, sah es so aus:
- Auf dem Sand: 105–200 PAR. Die Mitte und ein Punkt vorne halblinks kamen auf 200, die Randpunkte auf 105–150.
- Rund 30 cm über dem Boden: 160–270 PAR. Hinten war es dunkler als vorne und in der Mitte.
- Rund 50 cm über dem Boden: 250–350 PAR. Am hellsten waren die Mitte und rechts davon, vorne rechts am schwächsten.
Oben ist damit Licht für Acropora, auf mittlerer Höhe für Montipora und Stylophora. Euphyllia und Duncan gehören eher nach unten oder an die dunkleren Ränder, die Zoanthus unten an den Rand. Unsere ersten fünf brauchen die Logenplätze unter der Lampe also vorerst nicht.
Die Korallen sind noch nicht geklebt. Wir haben sie so ins Gestein gesetzt, dass sie halten und sich bei Bedarf verschieben lassen. Erst wenn Licht und Strömung am Platz passen, kommt der Kleber. Nach dem Riffbau in Woche 8 durfte dieses Mal etwas provisorisch bleiben.
Die blaue Ruhephase war fast Vollprogramm
An vier Punkten habe ich auch Stufe B gemessen, in der Weiss, Grün und Rot wegfallen. Aus 300 wurden 240 PAR, aus 270 wurden 220, aus 240 wurden 190 und auf dem Sand aus 200 noch 160. Der Unterschied lag überall bei rund einem Fünftel. Ich hatte mit 25–30 % gerechnet.
Stufe B läuft aber fast sieben Stunden. Damit lieferte der lange Blaublock mehr als die Hälfte der Lichtmenge des Tages. Für eine Ruhephase war er ziemlich fleissig.
Am Sonntag habe ich deshalb Blau, Royal, UV und Violet in Stufe B gemeinsam von 78 auf 70 gesenkt. Stufe A blieb unverändert. Das war bewusst nur ein Schritt von rund 10 %, damit es nicht gleich zu dunkel wird. Wie viel PAR danach ankommt, ist noch gerechnet, nicht nachgemessen. Bevor der PARwise zurückgeht, messe ich einige Punkte mit beiden Stufen nochmals.
Coral Acclimation lassen wir aus, obwohl die Anleitung sie für den ersten Besatz vorsieht. Es kommen ohnehin schrittweise neue Korallen dazu. Neue Tiere setzen wir stattdessen zunächst tiefer ins Riff und später bei Bedarf höher. Nach dieser Anpassung möchte ich einen Monat nichts mehr an der Lampe ändern, auch wenn es in den Fingern juckt. Falls Algen kommen, bleibt als Reserve, Stufe B schon um 20:00 statt um 21:30 zu beenden.
Die Duncan bekam den falschen Platz
Am Sonntag, eine Stunde nach Lichtbeginn, waren die Zoanthus halb offen und die Mundscheiben sichtbar. Die Euphyllia hatte ihre Tentakel ausgestreckt, war aber noch klein und nicht ganz aufgebläht. Für den ersten Tag nach dem Kauf sah das ordentlich aus.
Die Duncan war dagegen fast ganz zu und sichtlich unglücklich. Sie sass ziemlich weit oben frei auf einer Säule, mitten in starker Strömung. Dazu trug die Strömung die Bläschen aus dem noch nicht eingefahrenen Abschäumer direkt auf sie. Für eine Koralle, die einen ruhigen Platz bekommen sollte, hatte ich einen erstaunlich unruhigen ausgesucht.
Ich habe sie tief in die hintere Ecke umgesetzt, auf einen Absatz im Gestein. Dort ist die Strömung ruhiger und es kommen weniger Bläschen an. Die Messung lag dort bei rund 140–160 PAR. Kurz nach dem Umsetzen waren die Mundscheiben schon etwas besser zu sehen. Jetzt bleibt sie dort und bekommt Zeit, statt gleich den nächsten Platz auszuprobieren.
Der Abschäumer läuft weiterhin über. Den Schaumtopf mussten wir diese Woche noch nicht leeren und reinigen.
Wasserwechsel statt Ammoniumprobe
Über das erste Nitrat freute ich mich. Fertig eingefahren war das Becken damit nicht. Am Sonntag zeigte der Test weiterhin 1.5 mg/l Ammonium, wie schon seit dem 21. Oktober. Nitrit war auf 0.5 mg/l gestiegen, Nitrat auf 11 und Phosphat auf 0.27 mg/l. Die Ammoniumprobe aus dem Einfahrplan hat das Becken nicht bestanden. Genau deshalb wollte ich mit den Korallen warten. Jetzt warten sie eben im Becken mit.
Am Licht allein lässt sich das nicht lösen. Ammoniumchlorid dosiere ich nicht mehr. Was bleibt, ist Wasser wechseln.
Am Samstag haben wir rund 55 Liter gewechselt, am Sonntag nochmals rund 55 Liter. Am Montag wird Ammonium gemessen. Fällt der Wert spürbar, geht es mit den kleinen Wechseln weiter. Liegt er nach drei kleinen Wechseln nicht unter 1.0 mg/l oder sieht eine Koralle schlecht aus, ist einmal ein grösserer Wechsel von 100–120 Liter vorgesehen. Für die Korallen ist der kleine Weg nicht schonender, solange Temperatur und Salinität stimmen. Er geht nur langsamer und macht pro Tag weniger Arbeit.
Phosphat ziehen wir jetzt nicht zusätzlich mit einem Adsorber herunter, ein schneller Absturz wäre für die Stylophora schlimmer als 0.27. Vorerst bleiben die Korallen tief und werden nicht gefüttert, solange Ammonium hoch ist. Montipora und Stylophora kommen erst weiter nach oben, wenn Ammonium und Nitrit bei null sind.
Wofür CHF 862
Letzte Woche war die ganze MP40 statt einer Wetside der ungeplante grosse Posten. Diese Woche waren es die fünf Korallen: zusammen CHF 765. Mit The Dip und der PARwise-Miete kamen am Samstag bei Crazy Corals CHF 862 zusammen. Die einzelnen Positionen stehen unter Ausgaben, die fünf neuen Bewohner unter Besatz.
Nächste Woche
Ammonium und Nitrit täglich messen und nach den Messungen über die nächsten Wasserwechsel entscheiden. Die Korallen beobachten wir jetzt besonders genau: eingezogene Tentakel, mehrere Tage geschlossene Polypen, auffälliges Verblassen oder zurückweichendes Gewebe. Geklebt wird erst, wenn die Plätze feststehen.
Am Samstag bringen wir den PARwise zu Pete zurück. Stimmen bis dann die Werte, kommt der erste Fisch mit. Dann bekommt Pete seine Antwort auf die Fischfrage doch noch, nur eine Woche später.
Neu im Becken
Ganzer BesatzGleiche Stelle, eine Woche später






