Error 41: wie die GHL-Doser trotzdem ins Netz kamen
Beide Doser meldeten am USB-Kabel Error 41. Das Notfall-Update von GHL hat den Fehler nicht behoben, dafür den Weg ins WLAN geöffnet.

Auf einen Blick
- Gemacht
- Beide GHL-Doser und den KH Director über ein Notfall-Update ins WLAN gebracht, Pumpenschläuche ersetzt und Pumpenköpfe gereinigt, MP40 mit neuen O-Ringen zusammengebaut, Hydra-Halterungen vormontiert, Unterbecken für den ReefMat umgebaut, Vlies und Controller eingebaut, Waschküche eingerichtet, Ammoniumchlorid geholt, Dosierplan für die Einfahrphase festgelegt.
- Ausgegeben
- CHF 81.85
- Wichtigster Entscheid
- Mikrofauna von Daphbio und Ammoniumchlorid fallen beide nicht weg, sie kommen nacheinander.
- Als Nächstes
- Platte C abwarten, den Unterschrank fertig bauen, das Becken an seinen Platz stellen und den Zyklus starten.
Woche 4, und das Becken steht immer noch nicht. Platte C ist seit Donnerstag unterwegs und bis sie da ist, geht am Becken selbst nichts weiter. Gearbeitet wurde trotzdem, an allem, was ohne Becken fertig werden kann. Am Ende der Woche sind die Doser im Netz, die MP40 zusammengebaut, der ReefMat bestückt und die Waschküche eingerichtet. Dazu ist eine Frage aufgetaucht, die ich für längst entschieden hielt.
Platte C ist unterwegs
Red Sea Frankreich hat die Platte am Donnerstag Richtung Crazy Corals verschickt. Wie lange sie braucht, weiss im Moment niemand. Wir hoffen auf Anfang nächster Woche. Dann kann der Unterschrank fertig gebaut werden, das Becken kommt an seinen Platz, Wasser rein, Zyklus starten und das Chaos im Wohnzimmer hat ein Ende.
So lange auf ein Brett zu warten macht irgendwann komisch. Pete und wir haben angefangen, uns Bilder zu schicken.
Den Anfang machte der Krimi.

Danach die Frage, wo das Brett auf dem Weg gerade steckt. Die Logistiktafel oben rechts endet zwischen Frankreich und dem Händler in einem Knäuel, und das trifft den Kenntnisstand ziemlich genau.

Und am Donnerstag, als es wirklich losging, eine erfundene Werbekampagne - natürlich erfunden und zum Spass erstellt.

Wer zwei Wochen auf ein Stück Holz wartet, hat zwei Möglichkeiten, und die zweite ist die bessere.
Weil sich das schon in Woche 3 abgezeichnet hat, ist diese Woche nebenbei noch etwas anderes entstanden: der Besatzplan. Er steht als eigener Eintrag, Erst der Plan, dann die Tiere.
Error 41
Der ProfiLux war schon letzte Woche im Netz. Diese Woche waren die beiden Doser und der KH Director dran und die haben sich deutlich mehr gewehrt.
Der Plan war simpel: Doser per USB an den PC, Firmware aktualisieren, fertig. Stattdessen kam ein Kommunikationsfehler mit Error Code 41. Beim zweiten Doser dasselbe. Über USB liess sich damit nichts aktualisieren.
GHL beschreibt ein Notfall-Update, allerdings für einen anderen Fall: für einen Doser, der gar nicht mehr reagiert, etwa nach einem abgebrochenen Firmware-Update. Von Error 41 steht dort nichts. Probiert habe ich es trotzdem.
So geht das Notfall-Update
Nötig sind ein Windows-Rechner mit dem GHL Control Center, ein USB-Kabel und ein Inbusschlüssel von 2.5 mm. Das Gehäuse wird geöffnet, der blaue Reset-Knopf fünf Sekunden gedrückt, bis der Doser im Programmiermodus ist, danach schreibt das Flash-Werkzeug aus dem GCC-Verzeichnis die Firmware mit „Full Operation” auf das Gerät.
Das hat funktioniert und dabei fällt etwas auf. Im Programmiermodus läuft die Übertragung ohne Murren über dasselbe Kabel. Kabel, Buchse und Treiber sind also in Ordnung, hängen geblieben ist die normale Verständigung zwischen Programm und Gerät. Error 41 ist denn auch nicht verschwunden.
Geändert hat sich etwas anderes: Nach dem Update strahlt der Doser sein eigenes Netzwerk aus. Darüber liess er sich mit unserem WLAN verbinden und seither ist er erreichbar und über die App konfigurierbar. Das USB Kabel braucht es somit nicht mehr.
Beim zweiten Doser ging ausgerechnet dieser Schritt zuerst nicht: kein eigenes Netzwerk, also keine Einrichtung. Am Donnerstag noch einmal probiert und da war es plötzlich da. Seither sind auch der zweite Doser und der KH Director eingerichtet. Aktuell ist ein Doser Master, der KH Director und sein Doser hängen als Slave daran.
Was ich daraus mitnehme: Der Fehler ist nicht weg, ich habe lediglich einen Workaround gefunden.
Das hat gereicht, um keine neue Technik kaufen zu müssen. Wer dieselbe Meldung sieht und nur aktualisieren will, kommt mit dem Notfall-Update ans Ziel, ohne dass die Verständigung über USB je wieder funktionieren muss.
Spröde Schläuche
Erreichbar waren sie, sauber noch nicht. Die kurzen Schläuche in den Pumpenköpfen waren nach fünf Jahren Lagerung sehr spröde. An beiden Dosern sind sie raus und durch neue ersetzt. Bei der Gelegenheit alle Pumpenköpfe zerlegt und gereinigt, Kappe, Rollen und Rollenhalter.
Damit sind die Doser so weit fertig. Was fehlt, ist das Kalibrieren, und das hat Zeit: Ein neuer Schlauch fördert nicht gleich viel wie ein eingelaufener, kalibriert wird deshalb erst, wenn die Geräte an ihrem endgültigen Platz stehen und die Schläuche zum Becken verlegt sind.
Die MP40 sind zusammengebaut
Seit Woche 2 stand das auf der Liste, seit Woche 3 lagen die Teile da. Diese Woche sind die neuen O-Ringe drin, die Nassseite ist mit Silikonfett geschmiert und beide Pumpen sind zusammengebaut. Ein Punkt weniger.
Ebenfalls vorbereitet: die drei Halterungen für die Hydra. Sie sind so weit zusammengebaut und grob ausgemessen. Das Feintuning kommt, wenn das Becken an seinem Platz steht. An einer leeren Wand lässt sich nicht bestimmen, wie hoch eine Leuchte über dem Wasser hängt.
Der ReefMat passt — und ist trotzdem etwas gross
Im Unterbecken musste zuerst Platz her. Die Filterbeutelablage ist rausgezogen, und die Trennscheibe dort, wo das Wasser ankommt, ist ebenfalls raus. Beim G3 muss man diese lediglich ohne Werkzeug einfach rausziehen. Sonst kommt der Schlauch vom Ablaufrohr nicht bis zum Vlies.
Danach den ReefMat probehalber hineingestellt. Er passt, und es bleibt mehr als genug Platz im Unterbecken. Gross ist er trotzdem. Im Rückblick wäre der 500er vielleicht die bessere Wahl gewesen, aber das wird sich vermutlich erst in einigen Monaten zeigen.
Bereit ist er inzwischen: Vlies eingelegt, Controller montiert. Es fehlt nur der Schlauch vom Ablaufrohr zum Vlies, und der lässt sich erst zuschneiden, wenn das Becken steht.
Wo der Plan wackelt
Genau daran hängt jetzt eine Frage, die ich für entschieden hielt. Im Plan aus Woche 0 kommt Chaetomorpha ins Technikbecken, sobald die Ammoniumprobe bestanden ist. Das ist der Test, den Woche 0 noch Gate 2 nennt: 2 mg/l Ammonium müssen zweimal binnen 24 Stunden verschwinden. Dazu läuft das Refugiumlicht in der Nacht. Mit dem ReefMat an seinem Platz sehe ich, wie viel Raum das kostet, und frage mich zum ersten Mal ernsthaft, ob es stattdessen ein cleanes Unterbecken werden soll. Dazu kommt ein zweiter Gedanke. Chaeto sollte im Plan die Nährstoffe im Zaum halten, und daran arbeitet der ReefMat schon mit, weil er den Schmutz aus dem Wasser holt, bevor er sich zersetzt. Zusammen könnten die beiden mehr wegnehmen, als vielleicht notwendig. Entschieden ist nichts. Wir schauen über die nächsten Wochen und Monate zu, messen und entscheiden dann.
Der Dosierplan für die Einfahrphase
Die andere offene Frage aus Woche 3 ist dagegen entschieden. Sie lautete: Warten Mikrofauna von Daphbio und Ammoniumchlorid aufeinander oder fällt eines von beiden weg? Entscheid: Keines von beiden. Sie kommen nacheinander und der Plan aus Woche 0 bekommt dafür zwei Korrekturen.
Die erste: Nitrifikanten, wenn keine Nahrung da ist, sterben nicht auf einen Schlag, aber sie schrumpfen auf die Menge, die sie zu fressen bekommen.
Wer nach der Ammoniumprobe zwei Wochen lang nichts mehr dosiert, hat am Tag des ersten Fisches einen schwächeren Filter als bei der Prüfung. Das Ammonium läuft deshalb in kleinen Gaben weiter, bis der erste Fisch drin ist.
Die zweite: Der Microfauna Booster von Daphbio ersetzt das Phytoplankton aus Woche 0, weil der Hersteller ihn ausdrücklich für die Einfahrphase vorsieht.
Tag 0 ist der Wassertag.
| Wann | Was |
|---|---|
| Tag 1 | Ammonium auf 2 mg/l, dazu 43 ml Nite-Out II und danach täglich |
| täglich | NH4 und NO2 messen. Fällt NH4 unter 0.2, wieder auf 2 mg/l. Steht NO2 über 2, nur auf 1 mg/l |
| Nitrit fällt, etwa Tag 6–9 | Microfauna Booster starten, 40 ml abends, dreimal pro Woche |
| Ammoniumprobe bestanden, etwa Tag 10–14 | Ammonium stoppen, den Rest Nite-Out II aufbrauchen |
| Ammoniumprobe plus 1 Tag | Wasserwechsel rund 50 %, abends die erste Hälfte der lebenden Kultur bei ausgeschalteter Strömung |
| Ammoniumprobe plus 2 Tage | Zweite Hälfte der Kultur. Ammonium auf 0.5 mg/l, aber nur falls noch kein Fisch im Becken ist |
| Ammoniumprobe plus 2 bis 4 Tage | Erster Fisch und erste Koralle. Zoo Booster starten, 40 ml dreimal pro Woche, Special Blend nach Etikett. Ammonium ist ab hier Schluss, den Stickstoff liefert das Futter |
40 ml sind die 10 ml je 100 Liter des Herstellers auf 433 Liter Systemvolumen. Bei drei Gaben pro Woche reicht eine 500-ml-Flasche rund vier Wochen. Booster und Zoo Booster fallen auf dieselben Abende, also Montag, Mittwoch und Freitag, und der Abschäumer steht dafür bis zum Morgen auf Pause. So verlangt es Daphbio. Dass der Special Blend mit dem ersten Fisch kommt, schreibt Microbe-Lift selbst.
Zwei Sachen aus dem Startprotokoll von Daphbio übernehme ich nicht: die 28 bis 29 °C und die tiefere Salinität. Die Salinität müsste ich vor den ersten Korallen ohnehin wieder anheben und je wärmer das Wasser, desto mehr vom Ammonium liegt als giftiges NH3 vor.
Zwei Dinge bleiben zu prüfen. Der Zoo Booster wird erst mit Fisch und Koralle geöffnet, denn danach muss er ohne Pause weiter dosiert werden und im leeren Becken wäre er aufgebraucht, bevor ihn jemand frisst. Und die lebende Kultur steht bis zu ihrem Einsatz gut drei Wochen im Kühlschrank. Ich schaue vorher nach, ob sich darin noch etwas bewegt.
Die Waschküche ist eingerichtet
Aufgeräumt, geputzt, fertig. Die Osmosestation steht mit dem Fass an ihrem Platz, rund zwanzig Meter vom Becken entfernt. Abgenommen ist sie damit noch nicht: Gemessen habe ich am Ausgang bisher nicht, und erst wenn dort 0 µS/cm stehen, ist die Anlage betriebsbereit. Das Messgerät dafür müssen wir noch bestellen.

Vielleicht noch ein Möbel
Eine Überlegung, die diese Woche dazugekommen ist: ein zweites Möbel neben dem Becken. Dort könnten die Dosierbehälter mit den Dosern stehen, dazu das, was man am Becken ständig in Reichweite haben will. Ein gebrauchter Unterschrank vom Red Sea Max Nano würde optisch zum Reefer 425 passen. Der Haken ist der Weg: Er steht im Thurgau und müsste abgeholt werden. Entschieden ist auch das nicht.
Wofür CHF 81.85
Nach den CHF 3’531.75 der letzten Woche eine ruhige Woche. Zwei Positionen zeigen auf diesen Eintrag: Montagematerial aus dem Bauhaus für CHF 45.95, also Dübel, Kabelbinder und Kleinzeug, und 100 g Ammoniumchlorid für CHF 35.90 aus der Drogerie. Einzeln stehen beide unter Ausgaben.
Mit dem Ammoniumchlorid steht alles im Schrank, was die Einfahrphase braucht. Von der Einkaufsliste aus Woche 0 ist damit nur noch das Chaeto offen, und ob es überhaupt gebraucht wird, ist seit dieser Woche selbst eine Frage.
Nächste Woche
Platte C, Unterschrank fertig bauen, Becken an seinen Platz. Danach Verrohrung montieren und Unterbecken einrichten, die Halterungen der Hydra fein ausmessen und Lampen positionieren, die Doser an ihren Platz stellen, Schläuche zum Becken führen und kalibrieren. Am Ausgang der Osmoseanlage messen, Wasser ansetzen, einfüllen und den Zyklus starten.
Wartung dieser Woche
- Doser 2.1 SA für KH Director
Pumpenköpfe am KH Director reinigen
Alle Pumpenköpfe zerlegt, Kappe, Rollen und Rollenhalter gereinigt.
- Doser 2.1 SA für KH Director
Pumpenschläuche am KH Director ersetzen
Die kurzen Schläuche in den Pumpenköpfen gegen neue ersetzt.
Fixpunkt dieser Woche
Jede Woche dieselbe Ansicht vom selben Standort.
