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Vinlantis

W 022026Planung7 Min

Fünf Jahre Lagerung, drei Kisten: die alte Technik läuft noch

Vier Geräte zerlegt, kein einziger O-Ring spröde. Teuer wurde ausgerechnet das Zubehör, das ich vor fünf Jahren gar nie hatte.

Die drei gereinigten Hydra 64HD liegen zum Test verkabelt auf der Kommode im Wohnzimmer. Die vorderste leuchtet mit ihren vier LED-Modulen blau, die beiden dahinter sind ausgeschaltet.

Auf einen Blick

Gemacht
Reefer 425 G3 bei Crazy Corals bestellt, drei Kisten Technik aus dem Lager geholt, MP40wQD, Sunpole VSG6000 und Reefer Skimmer 600 zerlegt und in Zitronensäure gereinigt, Hydra 64HD gereinigt, Firmware aktualisiert, Leuchtenhalterungen und Diffuser nachgekauft, Siebdruckplatte und Lasur besorgt, Wohnzimmer umgestellt.
Ausgegeben
CHF 3'341.90
Wichtigster Entscheid
Siebdruckplatte statt Multiplex, weil sie ab Werk wasserfest ist und nur die Schnittkanten lasiert werden müssen.
Als Nächstes
Becken abholen, die MP40 mit Silikonfett und neuen O-Ringen zusammenbauen und die Kanten der Platte lasieren.

Woche 2 und noch kein Wasser. Das Becken ist bestellt, steht aber noch bei Pete. Diese Woche ging es deshalb um das, was schon da ist: drei Kisten Technik aus dem Keller meiner Mutter. Vier Geräte habe ich zerlegt, alles in Zitronensäure gelegt und mit der Zahnbürste geputzt. Das Ergebnis hat mich positiv überrascht — die Rechnung dieser Woche dafür an einer Stelle, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte.

Das Becken ist bestellt

Am Mittwoch habe ich den Reefer 425 G3 bei Pete von Crazy Corals bestellt, CHF 2’539. Abholen können wir es voraussichtlich nächste Woche. Damit ist die grösste Einzelposition des ganzen Projekts gebucht, und ab hier geht es um die Teile, die bereits vorhanden sind.

Drei Kisten aus dem Keller

Die Technik vom 525er lag seit dem Verkauf bei meiner Mutter eingelagert. Diese Woche habe ich sie geholt und angefangen auszupacken, zuerst die grossen Stücke: zwei VorTech MP40wQD, drei Hydra 64HD, der Reefer Skimmer 600 und die Sunpole DC-Pumpe VSG6000. Abschäumer und Förderpumpe sind sogar von 2020, ein Jahr älter als der Rest. Was zuunterst liegt, habe ich noch gar nicht angerührt.

Fünf Jahre in einem Keller sind für Aquarientechnik keine Kleinigkeit. Was mich beschäftigt hat, sind aber nicht die Motoren — die drehen entweder oder nicht. Es sind die Gummiteile. Ein O-Ring, der ausgetrocknet ist, sieht von aussen aus wie einer, der in Ordnung ist. Er dichtet nur nicht mehr, und das merkt man in einem Wohnzimmer erst am Wasser auf dem Boden.

Vier Geräte zerlegt, kein einziger O-Ring spröde

Also alles auseinander. Zitronensäuregranulat besorgt, ein bis zwei Esslöffel auf einen Liter warmes Wasser, Einzelteile ein bis zwei Stunden einlegen, abbürsten, abspülen, trocknen.

Die vier Geräte im Einzelnen

Bei den MP40 ging die Nassseite runter: Düsenkorb aufdrehen, die drei Clips der Rotoreinheit lösen. Danach sieht man den beiden Pumpen die fünf Jahre nicht mehr an. Zusammengebaut sind sie trotzdem noch nicht: dafür fehlen Silikonfett und neue O-Ringe, beides ist bestellt.

Die Sunpole VSG6000 habe ich komplett zerlegt, vier Schrauben an der Vorderseite, Rotor mit der Welle gerade herausziehen. Welle, Rotorflügel und O-Ringe waren ohne Risse und ohne Abrieb. Sie sind wieder drin.

Beim Reefer Skimmer 600 kam die Sicce-Pumpe heraus, der Rest wurde mit der Bürste geputzt. Auch hier war der O-Ring der Pumpe noch nicht spröde.

Die drei Hydra 64HD brauchten keine Säure, sondern ein Mikrofasertuch: Linsen und Gehäuse abgewischt, Staub aus dem Lüftergitter. Mehr war nicht nötig.

Kein einziges Gummiteil war hart, rissig oder verformt. Ich hatte damit gerechnet, mindestens die Pumpendichtungen komplett ersetzen zu müssen, und mich innerlich schon auf ein paar Wochen Warten auf Ersatzteile eingestellt. Bei den MP40 tausche ich die O-Ringe trotzdem, zwei Stück für CHF 16. Nicht weil ich etwas gesehen hätte, sondern weil das die Teile sind, die im Becken hängen und deren Versagen mich am Ende mehr kostet als ein paar Franken.

An dieser Stelle ist Sparen die teuerste Variante.

Der Abschäumer bekommt eine zweite Chance

Vom Reefer Skimmer 600 habe ich gemischte Erinnerungen. Abgeschäumt hat er zuverlässig. Seine Pumpe war dafür das lauteste Gerät am ganzen Becken, und laut heisst bei einem Aquarium im Wohnzimmer: man hört es beim Fernsehen.

Er stand als Ersatzkandidat auf meiner Liste, bevor ich ihn überhaupt ausgepackt hatte. Jetzt ist er zerlegt, gereinigt und technisch in Ordnung, und ein Ersatz kostet mehrere hundert Franken für ein Problem, das ich seit fünf Jahren nicht mehr gehört habe. Er kommt also erst einmal rein. Wie laut er wirklich ist, entscheidet sich sowieso nicht in meiner Erinnerung, sondern im Unterschrank.

Angeschlossen, sie laufen. Dann die Firmware aktualisiert, und dabei ist etwas passiert, womit ich nicht gerechnet hatte: Die wQD steht danach auf dem Stand der MP40mQD und wird direkt über die Mobius-App per Bluetooth gesteuert. Die EcoSmart-Live-App und die ReefLink Bridge, die beim 525er zwischen App und Pumpe hing, brauche ich nicht mehr.

Ein Gerät weniger im Unterschrank, ein Stromanschluss weniger, und ich habe es vorher nicht gewusst.

Wer noch eine ReefLink im Schrank liegen hat und über ein Update nachdenkt: danach ist sie Elektroschrott.

Die Hydra leuchten — und werden trotzdem teuer

Alle drei angeschlossen, Firmware aktualisiert, alle drei leuchten. Ob die Leuchtkraft nach fünf Jahren noch dort ist, wo sie sein sollte, kann ich im Trockenen nicht beurteilen. Das beantwortet nur eine PAR-Messung über Wasser, und die kommt, wenn Wasser da ist.

Teuer wurde diese Woche etwas anderes. Die Halterungen, an denen die Leuchten beim 525er hingen, haben mich schon damals genervt: die Arme lassen sich praktisch nicht verschieben, die Position jeder Leuchte ist damit vorgegeben. Bei drei Leuchten über 120 Zentimeter Länge will ich aber selbst bestimmen, welche wo hängt — und das später noch ändern können, wenn das Riff steht und ich sehe, wo Licht fehlt. Also drei Hydra Mounting Systems.

Dabei habe ich gelernt, dass die Lieferlage nicht nur Becken betrifft, sondern auch Halteschienen. Bei Sea Planet gab es eines für CHF 149.60, die beiden anderen bei der Aquarium & Teich AG für CHF 139 das Stück. Zwei Bestellungen, zweimal Versand, weil nirgends drei am Lager standen.

Dazu drei Diffuser, CHF 69 pro Stück. Die sind eine echte Neuanschaffung, beim 525er hatte ich keine. Sie streuen das Licht der einzelnen LED-Cluster, was die Farbmischung gleichmässiger macht und harte Schatten im Riff abmildert. Die Hoffnung dahinter ist, dass die Korallen davon profitieren.

Ehrlich gesagt weiss ich nicht, ob sich das rechnet. CHF 207 für eine Hoffnung ist eine Ansage, und genau deshalb schreibe ich es hin: In einem Jahr will ich nachlesen können, was ich mir davon versprochen habe. Zusammen mit den Halterungen sind das über CHF 630 an Zubehör für Leuchten, die ich längst besitze. Das ist die Sorte Kosten, mit der man nicht wirklich rechnet.

Die Platte

Im Hornbach eine Siebdruck-Sperrholzplatte geholt, CHF 73.80, dazu Lasur für die Kanten. In Woche 1 stand noch eine Multiplexplatte im Plan.

Den Ausschlag gab die Oberfläche. Siebdruck ist beidseitig mit Phenolharz beschichtet und damit ab Werk wasserfest; offen bleiben nur die Schnittkanten, und die lasiere ich. Bei Multiplex müsste ich die ganze Fläche behandeln und hätte am Ende trotzdem eine Beschichtung, die ich selbst aufgetragen habe. Unter rund 600 Kilo, die auf einer Fussbodenheizung stehen und an denen irgendwann Wasser danebengeht, nehme ich die Variante, bei der weniger von meiner Sorgfalt abhängt.

Die Bakterien stehen bereit

Bei Sea Planet zwei Flaschen Microbe-Lift bestellt: Nite-Out II für CHF 32.20 und Special Blend für CHF 29.10.

Nite-Out II steht seit Woche 0 im Plan. Nach der Rechnung von damals — 10 ml je 100 Liter täglich, bei 433 Litern Systemvolumen also rund 43 ml — reicht eine 473-ml-Flasche etwa elf Tage.

Der Special Blend war im Plan nicht vorgesehen. Er enthält heterotrophe Bakterien, die organische Rückstände abbauen, und im leeren Einfahrbecken gibt es davon schlicht nichts. Wann er zum Einsatz kommt, lasse ich vorerst offen; vermutlich frühestens dann, wenn das erste Futter ins Becken geht.

Das Wohnzimmer

Umgestellt. Die alte Standuhr, die auf dem Foto aus Woche 1 noch an der Wand steht, hat einen neuen Platz bekommen, das Sofa steht jetzt an einer anderen Wand, dazu ein neuer Teppich. Die Fläche für das Becken ist frei — und sie sieht deutlich grösser aus als die 120 Zentimeter, um die es geht.

Damit ändert sich auch das Fixpunkt-Foto. Woche 1 war aus einer anderen Ecke des Raums aufgenommen; ab dieser Woche steht die Kamera immer hier, mit der leeren Wand im Bild. Sonst zeigen die Fotos später zwar jede Woche ein Wohnzimmer, aber nie dieselbe Stelle.

Nächste Woche

Becken abholen. Die MP40 mit Silikonfett und den neuen O-Ringen zusammenbauen. Die Kanten der Platte lasieren. Und wenn die Zeit reicht, die Halterungen einmal probeweise zusammenbauen und die Lampen montieren. Zusätzlich geht die Schatzsuche in den drei Kisten weiter. Es warten noch ein UV-Gerät, einige Pumpen und vor allem der ProfiLux 4 von GHL mit dem KH Director und zwei Dosiereinheiten.

Wartung dieser Woche

  • 3 x Hydra 64HD

    Reinigen

    Linsen und Gehäuse gereinigt. Lüfter entstaubt.

  • 2 x VorTech MP40wQD

    Nassteil reinigen

    Beide Strömungspumpen zerlegt, in Zitronensäure eingelegt und mit der Zahnbürste geputzt. Sie sehen aus wie neu. Der Zusammenbau wartet noch auf das Silikonfett und die neuen O-Ringe. Am 14. September die Pumpe eingefettet, O-Ringe eingelegt und Pumpen zusammengebaut.

  • DC-Pumpe VSG6000

    Pumpenkopf reinigen

    Komplett gereinigt. O-Ringe noch nicht spröde und weiterhin verwendet.

Fixpunkt dieser Woche

Jede Woche dieselbe Ansicht vom selben Standort.

Die Wand rechts der Terrassentür ist freigeräumt: Holzskulptur, Pflanze, Lautsprecher und Sofa sind weg. Ausser dem Hundebett steht nichts mehr davor.
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