Das schönere Becken hat verloren: Reefer 425 statt Nyos Opus 440
Ausschlaggebend war am Ende nicht die Optik, sondern die Kammeraufteilung im Technikbecken. Dazu ein Anruf, der drei Wochen sparte.
- Gemacht
- Wohnzimmer ausgemessen und Standort festgelegt, Becken visualisiert, Vergleich Red Sea 350 / 425 / Nyos Opus 440 / Massanfertigung abgeschlossen, Verfügbarkeit mit Crazy Corals geklärt.
- Ausgaben
- CHF 73.80

Fünf Jahre nach dem Verkauf unseres Reefer 525 fangen wir wieder an. Dieses Logbuch soll festhalten, was ich Woche für Woche tatsächlich mache, mit den Umwegen. Ich weiss vom letzten Mal, dass man nach acht Monaten nicht mehr rekonstruieren kann, wann etwas angefangen hat schiefzulaufen, wenn man es nicht aufgeschrieben hat.
Das Becken gehört meiner Frau und mir. Beim 525er hat sie gefüttert, Ableger aufgeklebt und sich von Nemos beissen lassen und das wird diesmal nicht anders sein. Ich mache eher den technischen Teil. Wenn hier “ich” steht, heisst das schlicht, dass ich es geschrieben und meistens (🙂) auch gemacht habe.
Woche 0 heisst: noch kein Wasser, noch kein Becken. Diese Woche ging es um den Platz und um die Frage, welches Becken es wird.
Der Platz
Angefangen haben wir mit dem Massband im Wohnzimmer statt im Shop. Wo das Becken hinkommt, haben wir zusammen festgelegt und das war die längste Diskussion der ganzen Woche. Am Ende steht es im Parterre auf den Bodenplatten. Das Haus ist nicht unterkellert, statisch also unkritisch bei den rund 600 Kilo, die so ein 425er betriebsbereit auf die Waage bringt.
Was mich beschäftigt hat, ist die Fussbodenheizung. Die Stellfüsse des Unterschranks setzen die ganze Last auf ein paar Quadratzentimeter, und darunter liegen die Heizrohre. Ich lasse deshalb eine 20 bis 25 mm starke Multiplexplatte zuschneiden und lege Filz darunter, damit sich die Last verteilt. Die betroffene Heizschlaufe könnte auch noch am Verteiler gedrosselt werden. Etwas für später und dafür brauche ich noch die Unterlagen zum Bodenaufbau, die liegen irgendwo in der Hausdokumentation.
Danach bin ich den Weg zum Wasser abgelaufen und habe gezählt: rund zwanzig Meter bis in die Waschküche, zwei Türen, drei Stufen. Beim 525er habe ich das Wasser über ein ganzes Stockwerk getragen, insofern ist das eine Verbesserung. Trotzdem wollte ich die Strecke einmal gehen, bevor wir uns festlegen und nicht danach.
Am schwersten fiel uns beiden, uns vorzustellen, wie 120 mal 60 Zentimeter in diesem Raum wirken. Auf dem Plan ist das eine Zahl und in der Vorstellung definitiv zu klein. Wir haben deshalb den Platz fotografiert und uns mit KI ein paar Varianten in den Raum rendern lassen. Im Detail stimmen die Bilder nicht, das ist klar. Zwei Sachen haben sie uns trotzdem gezeigt, die ich mir sonst schöngeredet hätte: wie dominant der geschlossene Unterschrank im Raum steht, und dass ich seitlich mehr Luft brauche, als ich eingeplant hatte, wenn ich später am Becken arbeiten will.
Der Beckenentscheid
Es wird der Red Sea Reefer 425 G3, 120 × 60 × 55 cm, rund 345 Liter Display und 433 Liter im System.
Gegen den kleineren 350er habe ich lange gerechnet, es sind rund CHF 400 Unterschied. Ausschlaggebend waren die zehn Zentimeter mehr Tiefe. Ich will zwei Inseln bauen, die linke hinten, die rechte deutlich weiter vorne, damit eine Diagonale entsteht und hinter der vorderen Insel Strömung durchläuft. Bei 50 cm Tiefe könnte das eng werden, ohne dass das Riff entweder gedrängt oder dünn wirkt. Die knapp 70 Liter mehr Wasser nehme ich gerne mit.
Ernsthaft angeschaut habe ich auch das Nyos Opus G2 440. Optisch gefällt es mir besser, randlos und mit externem Überlauf. Rausgeflogen ist es am Technikbecken: rund 62 statt 90 Liter und keine Kammer, in der ich vernünftig ein Algenrefugium unterbringe. Chaetomorpha im Technikbecken war beim 525er einer der Gründe, warum die Werte über Jahre stabil blieben.
Über ein Massbecken habe ich mehrfach nachgedacht und es dann verworfen. Die Wartezeit ist der offensichtliche Grund, je nach Auslastung sind das schnell Monate, und damit verschiebt sich alles Weitere. Dazu kam ein Rest an Unsicherheit: Ob am Ende wirklich alles dicht ist und dauerhaft hält. Und ehrlich gesagt habe ich gar keine echten Sonderwünsche. Keine Nische, kein Raumteiler, keine ungewöhnliche Höhe. Der 525er war auch von der Stange und hat in fünf Jahren nie gestört, dass er keine Einzelanfertigung war.
Der Anruf
Bei der Verfügbarkeit hätte ich mich beinahe selbst ausgebremst. Ich habe acht Schweizer Shops geprüft, Deutschschweiz und Romandie, und nirgends stand ein 350er oder 425er G3 abholbereit da. Überall zwei bis vier Wochen oder keine Angabe. Ich hatte das schon als Planungswert im Zeitplan.
Dann habe ich Pete von Crazy Corals in Wiedlisbach angerufen, der unser Aquarist des Vertrauens während der 525er-Zeit war. Sofort bestellbar, wenige Tage bis es da ist. Damit ist der Zeitplan wieder offen, und ich muss die Reihenfolge in Phase 0 nochmals durchgehen, weil ich davon ausgegangen war, in der Wartezeit die Technik überholen zu können.
Nächste Woche
Unterlagen zum Bodenaufbau suchen, Multiplexplatte zuschneiden lassen. Ausserdem nehme ich mir die noch vorhandene alte Technik vor. Fünf Jahre Lagerung, drei Kisten und ich bin gespannt, wie viel davon ich noch brauchen kann.
